RUDACK.de

Sie sind hier:   Unser Haus > Die Sanierung 2009 > Die Rätsel des Gutachtens

Die Rätsel des Gutachtens

Die Rätsel des Gutachtens


Vorweg genommen: wir brauchten einen Rechtsanwalt. Aber wie war es dazu gekommen?

Nachdem sich der Gutachter verabschiedet hatte und wir ihm gesagt hatten, dass wir es uns überlegen wollten, seine Baubegleitung anzunehmen, saßen wir zusammen und waren ein wenig ernüchtert. Es ging also nur weiter, wenn wir den Gutachter zum Begleiter machten und uns dabei hoch verschuldeten. Man überlege, dass 90.000 € (plus eine unbestimmte weitere Menge an Euros) den überwiegenden Teil des Wertes des Hauses ausmachten.

Mit Frust las ich dann das Gutachten nochmals durch. Und jetzt erst fielen mir einige Ungereimtheiten auf, die mir die Haare zu Berge stehen ließen. Lieber Leser, was stellen Sie sich unter einem Gutachten (Energieberatungsbericht zur sparsamen und rationellen Energieverwendung) eines staatlich geprüften Bautechnikers, eines zertifizierten Bausachverständigen, eines Gebäudeenergieberaters und eines BAFA Vor-Ort-Berater vor, der laut seinem Firmenlogo unabhängig und neutral ist?

Aber vielleicht nicht so etwas.

Der Gutachter schlug als Ergebnis eine Luft-Wasser-Wärmepumpe vor. Fanden wir auch erst gut - bis wir uns bei mehreren Herstellern solcher Anlagen vor Ort schlau machten. Alle Techniker dieser Firmen, die wir besuchten, fragten zuerst, ob wir eine Fussbodenheizung hätten. Dies mussten wir verneinen. Eine solche hatten wir nicht und konnten sie auch nicht einbauen. Es stellte sich heraus, dass diese Frage berechtigt war. Ohne Fussbodenheizung muss die Heizung mit so hohen Vorlaufthemperaturen gefahren werden, das der dafür benötigte Strom für die Luft-Wasser-Wärme-Pumpe die Einsparungen weit übertreffen sollte. Wie gesagt - jede Firma und jeder Techniker riet dann vom Einbau einer solchen Anlage ab. Der Gutachter hatte sie vorgeschlagen, da sein Rechenbeispiel die größte Energieeinsparung gegenüber einer Gas-Brennwert-Anlage oder einer Pellet-Anlage aufwies. Aber auf einer Seite des Gutachtens fand ich dann auch eine Stromverbrauchsrechnung für die LWW-Pumpe. Fast 5000 kwh wurden dafür eingeplant. Diese fanden wir aber preislich nicht in der Amortisationsrechnung wieder. Staunen verbreitete sich. Würde die LWW-Pumpe doch unseren Energiebedarf-Strom fast verdoppeln.

Wir hatten dem Gutachter unsere Öl-Verbrauchsrechnungen der vergangenen Jahre mitgegeben, damit er eine Grundlage zur Berechnung der Einsparung habe. Auf Nachfrage erklärte er, dass er diese aber nicht benötigt habe, da die Einsparung zu dem Verbrauch eines standardisierten Durchschnittshauses berechnet würde. Staunen und Ratlosigkeit. Wir wollten wissen, was wir einsparen und nicht Familie Mustermann.

Unsere Doppelhaushälfte zeichnet sich dadurch aus, dass die Längsachse des Hauses von Ost nach West läuft, wir also überwiegend nur Haus-, Wand- und Dachflächen haben, die gen Süden ausgerichtet sind (mit Ausnahme der kleinen Dachfläche des Wirtschaftsgebäudes, welches aber nicht saniert werden sollte, und der Gibelflächen). So musste ich mit Verwunderung feststellen, dass das Gutachten Dach- und Fensterflächen aufwies, welche gen Norden zeigten. Diese wurden auch so in die Wärmeermittlung einberechnet.

Um Erklärung gebeten, meinte der Gutachter, dies sei nicht ausschlaggebend, die Berechnung stimme schon. Im hinteren Nachkommastellenbereich ergäben sich dadurch Änderungen. Aber warum wurden die Fenster dann überhaupt mit bewertet? Naja, ein kleiner Fehler, dachten wir, bringst ja auch nicht.

Weiter. Das Diagramm der Wärmeverluste der vom Gutachter bevorzugten Maßnahme wies erstaunlicherweise nach der Sanierung für den Keller und für das Dach einen größeren Verlust auf als vor der Sanierung. Kopfschütteln. Dies führte der Gutachter auf einen Programmfehler zurück. Meine Frage nach weiteren Fehlern im Berechnungsprogramm beantwortete er damit, dass dieser Fehler bekannt sei und der Hersteller des Programms sich dies auch nicht erklären könne.

Gutachtenrätsel

Wie schon erwähnt, hatte er keine Sanierung einer Dachfläche vorgesehen. Zur Erinnerung: Wir hatten uns das Dach und die Isolierung des Haupthauses angschaut, wir hatten über das marode Dach über dem alten Anbau gesprochen (1954 zuletzt gedeckt, nicht isoliert und leck) und wir hatten über das in 2001 erstellte Dach des neuen Anbaues gesprochen. Über dies letztgenannte Dach hatte ich dem Gutachter auf seinen Wunsch hin die Konstruktionszeichnungen und den Wärmedämmungsplan mitgegeben. Die Werte dieses Planes hatte dann einer seiner Mitarbeiter (dieser hat es im Telefongespräch so erklärt) zur Berechnung der gesamten Dachfläche in das Computerprogramm eingegeben. So hatten wir dann eben das Ergebnis: ein marodes, nicht isoliertes Dach, das bei Regen dem Wasser einige Wege ins Haus aufzeigte, brauchte energetisch nicht saniert zu werden. Mein Einwand wurde nicht beachtet. Für den Gutachter hatte das Programm richtig gerechnet. Sicher hatte es das, aber mit falschen Daten. Erinnern Sie sich: die in der Gesamtbewertung aufgezeigten Wärmeverluste zeigen für ein saniertes Dach einen größeren Verlust als vor der Sanierung auf - also: lassen wir doch die Sanierung und sparen so noch mehr Geld? Prima.

Die Luft-Waaer-Wärme-Pumpe soll ja sehr effizient arbeiten. Warum werden ihr dann im Sommer, wenn sie ohne hohen Stromverbrauch Heizung und Brauchwasser zur Verfügung stellt noch Sonnenkollektoren zur Seite gestellt, die aber im Winter, wenn die Pumpe richtig arbeiten muss, kaum Unterstützung bieten? Irgendwann ist immer einer dieser Bauteile übrig.

Eine Sanierung der Kellerdecke war nicht vorgesehen. Die Gesamtbewertung zeigt aber auf, dass die sanierte Kellerdecke einen größeren Wärmeverlust hat als die unsanierte. Kam uns bekannt vor - siehe Dach. Haben wir also vorher schon gespart. Auch dies erklärte er mit einem Programmfehler. Und jetzt kommt es: der Wärmeverlust der sanierten Heizung wird sogar negativ angezeigt. Aber wie der Gutachter schon sagte, das sind Zahlenwerke, die eigentlich nur für einen Fachmann bestimmt sind. Aber wir als Nichtfachmänner und -frauen sollen entscheiden. Warum der Wärmeverlust negativ wird konnte weder der Mitarbeiter im Büro noch sein Chef, der Gutachter, erklären.

Fenster sollten ja auch ersetzt werden, da die meisten noch Einfachverglasung hatten. Zur Kalkulation der Kosten benötigt man im allgemeinen zumindest die Anzahl der Fenster. Diese ist im ganzen Gutachten nicht zu finden. Wie wurde da wohl kalkuliert?

Die Kalkulation des Gutachtens bezieht sich nur auf die LWW-Pumpe und nicht auf die anderen aufgezeigten Sanierungsverfahren. Somit haben wir keinen Vergleich. Uns nur auf die Energieeinsparung von Familie Mustermann zu verlassen war uns doch zu wenig. Außerdem bestand die Kalkulation nur aus der Gesamtsumme. Es fehlte die Aufteilung auf die einzelnen Gewerke.

Merke: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint!

Für dieses Gutachten erstellte der Gutachter eine Rechnung über 840 €. 350 € bekam er von dem BAFA. Den Rest über 490 € wollte er dann von uns haben. Und nun sind wir wieder beim Beginn dieser Seite: unserer Rechtsanwalt hatte für diese Art des Gutachtens nur ein Lächeln über. "Lass ihn klagen, wenn er sein Geld haben will. Der Richter wird sich freuen, diesen Fall ganz schnell zu unseren Gunsten beenden zu können". Wir haben nach einigen Briefwechseln nichts mehr von dem Gutachter gehört.

Ein gutes hatte dies Gutachten doch: wies es doch Födermöglichkeiten auf. Im Weiteren wollten wir uns dann schlau machen, wer uns wieviel Förderung geben konnte. Waren da nicht Telefonnummern im Gutachten aufgeführt? Als Antwort auf meien Anrufe erhielt ich von der anderen Seite nur die freundliche Auskunft: kein Anschluss unter dieser Nummer. Selbst die Telefonnummern im Gutachten waren nicht richtig.

 

Reiseziele ... 

Reiseziele hatten wir schon einige. Da waren: der Leuchtturm Roter Sand in der Elbmündung.

Auch zieht es Klaus ja nicht mehr unbedingt in den Nordatlantik, aber wenn Maria nach Island reisen möchte, kommt er natürlich mit.

In den Letzten Jahren war es aber die Heide, die beide lockte. 

   

  

 

 

 

lesen Sie hier bitte weiter ...

Auf den Hund gekommen ...

Irgendwie wollten wir immer schon einen Hund, - aber erst sollten die Kinder kommen und den Windeln entwachsen sein.

Als Klaus nun 7 war und Martin 5, dachten wir uns eines schönen Tages: jetzt ist es soweit.

 

  in dieser Galerie

Flocki im Watt
Moritz
Motte
Bella und Motte
Motte

 

   lesen Sie hier bitte weiter ..

Powered by CMSimple| Template: ge-webdesign.de tuned by KDR| Login